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Andrea Freiberg: ES IST WIE ES IST. Malerei aus Rom


„In Rom sind alle Zeiten gleichzeitig. Die Großstadt ist die Bühne einer Welt im Übergang. Mich faszinieren besonders die Randbereiche und lost places, dort wo die Steine leichter werden, die Stadt ihre Macht verliert und nomadisch wird.“ Andrea Freiberg

> TV-Beitrag über die Ausstellung

Ein kleiner Rundgang durch die Ausstellung "ES IST WAS ES IST. Malerei aus Rom" von Andrea Freiberg. Am 22. Juni fand die Vernissage statt, die Ausstellung ist bis 27. August 2022 im Kunstraum Ewigkeitsgasse zu sehen.

Andrea Freiberg lebt und arbeitet seit 2019 in der italienischen Dauerbaustelle Rom. Mit dem Blick nach oben - dort, wo sich der Raum verjüngt oder mit dem Blick nach unten – dort, wo etwas übrig geblieben ist, erforscht sie den Stadtraum mit dem Fokus auf die Zwischenräume, Spuren und Grauzonen. Sie hinterfragt die gesellschaftliche Handlungsbühne des öffentlichen Raumes, indem sie die sichtbare Realität aus ihrem Kontext löst und neue bildnerische Beziehungen herstellt.

Alfred Woschitz, Andrea Freiberg


Ready made Objekte und Installationen setzen sich aus Fundstücken und Überresten des Alltags zusammen und verändern in der Kombination ihre Wertigkeit und Bedeutung. Die gegenständliche Malerei rekonstruiert die Wirklichkeit und erzeugt geheimnisvolle surreale Bühnenbilder. Kompositionen verbinden gegenständliche und abstrakte Sujets poetisch. Perspektiven öffnen Räume. Die Farbigkeit greift die Materialien und benutzten Oberflächen der Wände und Architekturen auf - Faltenwürfe und Geschichten in Schichten.

In Schopenhauers "Parerga und Paralipomenona" hatte Giorgio de Chirico den Satz gelesen: "Um originelle, außerordentliche und vielleicht gar unsterbliche Gedanken zu haben, ist es hinreichend, sich der Welt und den Dingen auf einige Augenblicke so gänzlich zu entfremden, daß einem die allergewöhnlichsten Gegenstände und Vorschläge als neu erscheinen, als wodurch eben ihr wahres Wesen sich aufschließt."

 In der Fremde beginnt die Sinnsuche. Dass sich die allzu bekannte und vertraute Welt plötzlich in eine andere Realität verwandeln kann, sind Andrea Freibergs eingeprägte Erfahrungen aus der Zeit der Deutschen Wiedervereinigung. Laut Paul Watzlawick erfindet sich Wirklichkeit ständig neu im Austausch mit Anderen durch Kommunikation. Diesen konstruktivistisch-philosophischen Ansatz verfolgt sie mit der Sicht auf die Realität und ihrer Bewertung, einem Konstrukt aus individuellen Erfahrungen und kulturellen Wurzeln. Der Fokus auf die städtischen Lebensbühnen nomadischer und sesshafter Bewohner bildet den Hintergrund, Orte nach ihrer Identität und Vision zwischen Sein und Schein zu untersuchen.

Die akribisch gemalten Bilder imperfekter Alltagsbeobachtungen schaffen metaphysische Projektionsflächen zwischen den Zeiten. Wir sehen ständig Bilder. Sie erweitern die Sprache metaphorisch. Wir kommunizieren mit Bildern. Wir erinnern in Bildern und leben in Visionen von unserer Umwelt. Bilder sind unsere Freunde und Feinde. Die Welt ist eine Bühne und ein Bildschirm zugleich.

Der Titel der Ausstellung ES IST WAS ES IST – mit einer Erinnerung an Erich Frieds Liebesgedicht - trotzt der scheinbaren Wahrheit und geht polarisierend den möglichen oder unmöglichen Lesearten unserer Wirklichkeit nach. 

Internet: www.andrea-Freiberg.com

TV-Bericht über die Ausstellung